Kontakt Information
 
 

Stralsund 25. Mai bis 31. Mai 1809

 

Am 25. Mai 1809 prescht Schill gegen  10.00 Uhr mit 40 Husaren durch das Tribseertor auf den Neuen Markt.

Der sich gerade auf dem Markt aufhaltende Kommandeur der französischen Artillerie, Kapitän Noel, sieht die Sinnlosigkeit eines Widerstandes ein und ergibt sich. Er wird auf Ehrenwort entlassen. Schill lässt nun die Hauptmasse seiner Truppe in die Stadt einziehen und sammelt sie auf dem Neuen Markt, um zum Rathaus am Alten Markt zu ziehen.

Unbemerkt hatten indessen französische Artilleristen am Zeughaus (Katharinenhalle) in der Mönchstraße eine Barrikade mit Kanonen errichtet. Da bietet der ehemalige schwedische Artillerieleutnant von Petersson seine Hilfe an.

 

Durch eine unbewacht gebliebene Hintertür am Zeughaus konnten nun die Schillschen hinter die Barrikade gelangen und im erbitterten Handgemenge die französische Besatzung niedermachen. Da bietet der ehemalige schwedische Artillerieleutnant von Petersson seine Hilfe an. Durch eine unbewacht gebliebene Hintertür am Zeughaus konnten nun die Schillschen hinter die Barrikade gelangen und im erbitterten Handgemenge die französische Besatzung niedermachen.

Als die Schillschen nun in die Mönchstraße einmarschierten, wurden sie mit Kartätschenladungen beschossen. Ein schwerer Straßenkampf entbrennt, an dem sich Schill persönlich. mit dem Gewehr eines Gefallenen, beteiligt.

Gegen Abend des 30. Mai nähern sich 7000 Soldaten der Stadt, denen ungefähr 1400 bis 2000 Mann starke Freischar aus Freikorps von Schill, Rügen ´scher Landwehr und schwedischen Soldaten bestanden, gegenüberstanden.

Am 31. Mai 1809, um 4 Uhr morgens, beginnt der Vormarsch  der französischen Truppen gegen Stralsund.

Nach seinem Plan sollten die Schwadronen des Leutnants von Brünnow im Schutze der Infanterie die anrückenden Franzosen angreifen. Obgleich nun seine Offiziere zum Angriff drängten gibt Schill den stürmischen Forderungen nicht nach, da er durch Meldungen und Beobachtungen die Aussichtslosigkeit des Angriffs erkennt.

Seinen Offizieren erwidert Schill: " Erst sollen Sie sich die Hörner ablaufen, dann will ich über sie herfallen und ihnen den Kehraus  spielen. Stralsund sollen sie nicht bekommen und wenn ihrer noch einmal soviel wären."

Die Franzosen rückten unangefochten auf die Stadt zu und kurz vor Stralsund schwenkte die Hauptmacht plötzlich links ab und zieht im Eilmarsch über Grüntal und Stadtkoppel nach dem Kniepertor, das am wenigsten auf eine Verteidigung vorbereitet war.

Die Vorhut der Franzosen greift dagegen das Tribseertor an. Dieses geschickte Manöver der Franzosen hatte Schill nicht bemerkt, da das Gelände schwer einzusehen war. Wahrscheinlich waren die Franzosen auch über die schwächste Stelle im Verteidigungsgürtel von Stralsund informiert worden und setzten daher ihren Hauptangriff auf das Kniepertor an. Dieses Tor war durch Schill am schwächsten besetzt worden. Es fehlte an Geschützen und Soldaten, denn Schill erwartete immer noch den Hauptangriff auf das Tribseertor.

Als Kampflärm vom Kniepertor ertönt, eilte Schill dorthin. Die Soldaten wurden von Hauptmann von Alwensleben und die Artillerie von Petersson befehligt. Als zwei Angriffe des Gegners abgeschlagen werden und der Feind sich zurückzieht, begibt sich Schill wieder nach dem Tribseertor.
Nun erfolgt der dritte Sturmangriff der Franzosen auf das Kniepertor und sie konnten in die Stadt eindringen. Hauptmann von Alwensleben fällt und von Petersson übernimmt das Kommando über die Truppen am Kniepertor. Hier findet indessen ein wütender Nahkampf statt.

Die Schillschen Soldaten halten aus und kämpfen bis zum letzten Mann im Tor und Torschreiberhaus. Nun trifft auch Schill wieder am Kampfplatz ein und erteilt Befehl, in Eile Barrikaden zu errichten. Verbissen wird um jedes Haus gekämpft. Außerdem erteilt Schill den Befehl, das Frankentor als Sammelpunkt für alle Kampffähigen unbedingt zu halten. Schill will als letzter die Stadt verlassen.

Als er durch die Külpstraße zum Alten Markt reitet, wird dieser gerade von, den Franzosen besetzt. Schill war hoch zu Ross mitten im Getümmel, und sein Säbel arbeitete wie der Spaten des Gärtners, den holländischen General Carteret hieb er zusammen, und gab ihm unter dem Schießen, Säbelklirren und Pferdetrampeln die Worte mit auf die letzte Reise: »Hundsfott, bestell' mir Quartier!«

Hinter dem Spielmannszug der Franzosen reitet an der Stelle des in der Knieperstraße gefallenen Generals Carteret der neue Oberkommandierende Oberst Dollmann. Schnell wendet Schill sein Pferd, greift Dollmann alleine an und haut ihn vom Pferd.

Dann reitet Schill mit seinen beiden Begleitern Mosch und Bocklet in die Külpstraße, wo es zu einem Handgemenge kommt. Seine beiden Begleiter fallen und Schill erhält einen Säbelhieb über die Stirn. Schill versucht nun, das Fährtor zu erreichen, um von dort mit einem Schiff nach Rügen, zu seinen dort stationierten Truppen zu gelangen.   

Über Schills Tod gibt es viele Darstellungen.

Der Augenzeugenbericht des Stralsunder Malers Brüggemann kommt der Wahrheit über Schills Tod in der Fährstraße wohl am nächsten. Schill kam noch bis in die Fährstraße, die zu der Zeit fast leer war. Etwa acht bis zehn holländische Soldaten standen an der Ecke Bechermacherstraße und ein Soldat vor dem Fährstraße 25, der sich ein auf dem Pflaster liegendes Gewehr besah und aufnahm.Die anderen Soldaten erkundigen sich bei dem Malers Brüggemann, wo der nächst Tabakladen sei.Plötzlich wirft der Soldat vor den Hause Fahrstraße 25 das eben hochgehobene Gewehr fort, nimmt sei eigenes und schießt nach der (jetzigen) Schillstraße. Die anderen Soldaten, durch den Gewehrschuss aufmerksam geworden, blicken hoch und sehen einen feindlichen Offizier(Schill), der mühsam ein Pferd im Galopp hält. Die Holländer greifen zu ihren Gewehren und schießen auf Schill, der durch einen Kopfschuss getroffen, tot von Pferd fällt.