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Gefecht bei Dodendorf

Am 4. Mai erreichte Schill aber die zuverlässige Nachricht, dass der Aufstandsversuch im Kurfürstentum Hessen gescheitert war, sowie das der „Erzherzog Karl„ am 23. April bei Regensburg von Napoleon geschlagen worden war und sich auf den Rückzug nach Wien befand.

Die eintreffende Nachricht versetzte seinem Tatendrang einen deutlichen Dämpfer, aber er ließ sich von seinen Offizieren mitreißen und lieferte sich am 5. Mai bei Dodendorf unweit von Magdeburg ein siegreiches Gefecht mit einer Abteilung der Magdeburger Garnison.

 

Hinter den Sumpfigen Uferwiesen des Flüsschens Sülze lagen am Morgen des 5. Mai 1809 sechs gegnerische Infanteriekompanien und die Kerntruppen der französischen Besatzung Magdeburgs in Stellung und erwarteten die sich aus Richtung Sülldorf nähernden sich das Schillsche Armeecorps.

 

Schill sammelte seine Truppen an der Osterweddinger Maschmühle und drohten von dort aus den Rückzugsweg der französischen- westfälischen Truppen nach Magdeburg durch einen Vorstoß in nordöstlicher Richtung abzuschneiden Der französische Kommandeur Vautier kam dieser Taktik aber zuvor, indem er schleunigst zwei Kompanien mit Geschützen auf dem Höhenzug nördlich der Sülze in Stellung brachte. Sollten die Preußen angreifen und danach auch die Festung attackieren?

 An sie wandte sich Leutnant Stock, mit weißem Tuch als Unterhändler gekennzeichnet, um sie zur Übergabe und Verbrüderung zu veranlassen. Kaum aber wandte er sein Pferd, da schleuderten ihn feindliche Gewehrschüsse tot zur Erde nieder.

Die wutentbrannten Schillschen Reiter gingen daraufhin zum Sturmangriff über. Die erste Schwadron unter Leutnant Diezelsky jagte mit Hurrageschrei am südlichen Sülzeufer entlang auf die französischen Schützenlinie an der Dodendorfer Wassermühle zu. Heftiges Abwehrfeuer empfing die Husaren. Diezelsky wurde tödlich getroffen, aber die Husaren stürmten, den Gegner verfolgend, weiter.

Hinter der Kirchenhofsmauer fanden die Flüchtigen sichere Deckung, formierten sich und schlugen die Preußen blutig zurück.

 

Zu einem weitern heftigen Gefecht kam es durch Leutnant von Brünnow, der mit seiner Schwadron von Süden in das Dorf eindringen wollte. Dabei verlor er dreißig Husaren. Eine westfälische Grenadierkompanie, am Chauseehaus zum Karree formiert, wurde durch die todesverachtende Tat des Husaren Sommerfeld und seiner Kameraden in die Flucht geschlagen. Indessen überquerte Schill mit der zweiten und dritten Schwadron die Sülze und attackierte die französischen Kompanien, die taktische klug auf der Anhöhe nördlich des Dorfes  Stadtberg  standen Einige Pferde und Reiter überschlugen sich, von mörderischen Gewehrfeuer aufgehalten, rückwärts.

 

Ein Teil der Husaren umritt den starken Gegner und bekämpfte die schwächeren Westfahlen, die im Rücken der Franzosen standen. Die Westfahlen flohen ins Dorf zurück, prallten dort auf die im Süden gleichfalls Geschlagenen. Außerdem wurden einige Kanonen erbeutet, deren Bedienung Schill selber niedersäbelte.

Doch die Hauptmacht der Franzosen hinter dem Dorf auf der Anhöhe behauptete unbeirrt ihre Stellung bei weiteren Angriffen der Preußen. Auch im Dorf selber brachten die Schießereien keine Entscheidung, zudem verlor Schill sein tödlich getroffenes Pferd. Die Lage war aussichtslos geworden, und er ließ zum Rückzug blasen.  Die Franzosen zogen sich nach Magdeburg zurück.