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Der Schill Zug nach Mittel- und Norddeutschland

Am 28. April ritt er wie zur Uebung mit seinem Regiment aus Berlin, von dort brach Schill zu seinem erfolglosen Zug nach Mittel- und Norddeutschland auf.

Eine Ansprache, durch die er eine Meile jenseits der Stadt zur Befreiung des Vaterlandes aufrief, bestärkte den Glauben, er handle in höherem Auftrag. Den Befehl der Commandantur zu sofortiger Rückkehr befolgte er nicht.

Aber schon Anfang Mai empfing er die Nachricht von der Besiegung der österreichischen Erhebung. Seine eigne Hoffnung sank damit bedeutend, aber seine Qfficiere drängten ihn vorwärtis. Ein Gefecht bei Dodendo:rf unweit Magdeburg am 5. Mai verlief siegreich. An demselben Tage hatte Isröme einen Preis von 10000 Frs. auf seinen Kopf gesetzt. Der König von Preußen sprach sich scharf über seine unglaubliche That aus.

Auf den Weg nach Stralsund schlossen sich ihm noch viele idealistische Männer an. Jedoch die Unterstützung in der Bevölkerung fehlte.

Der Zug, durch Werbung von Nachschub sich mehrend, ging an die untere Elbe, von dort, durch Holländer und Dänen verfolgt, auf Stralsund, dessen aus Polen und Mecklenburgern bestehende Besatzung ihm entgegengerückt, aber schon bei Damgarten geworfen war.

Am 25. Mai ritt er plötzlich in Stralsund ein. In fieberhafter Eile wurde an Wiederherstellung der fast zerstörten Werke gearbeitet. Die Truppen wuchsen durch Aushebung auf 2000 Mann. Allen sachverständigen Mahnungen zum Trotz wollte Schill den Platz halten.

Es sollte ein zweites Saragossa werden. Auch beim Gefecht in Stralsund blieb die Bevölkerung untätig. Schon am 31. Mai 1809 wurde Stralsund von dem holländischen General Gratien und dem dänischen General  Ewald genommen. In der Stirn von einem Schwerthieb, im Hinterkopf von einer Kugel getroffen, fiel Schill, abseits und unbemerkt von den Seinen, in der Fährstraße. Sein Kopf ging als Trophäe an den König von Westfalen, der Rumpf wurde auf dem Stralsunder Kirchhof verscharrt.